„Ausländer rein!“ – Der Weg in Richtung Stillstand

Jörg Geibert, der neue Thüringer Innenminister, hat in den letzte Tagen mit dieser Forderung von sich reden gemacht. Ausländer rein – das ist aber auch die Forderung aller etablierten Parteien im Freistaat. Angeblich gibt es im Land einen Fachkräftemangel, der die Entwicklung der Wirtschaft behindere. Das könne nur behoben werden durch den erleichterten Zuzug von ausländischen Fachleuten.

Interessant jedoch ist ein anderer Umstand. Täglich verlassen 60 gebürtige Thüringer das Land, vermeldet das Statistische Landesamt. 60 Thüringer, die hier die Schule besucht und in qualifizierten Berufen auf Kosten von uns Steuerzahlern ausgebildet wurden. Sie finden in Thüringen keine ihrer Ausbildung entsprechende Arbeitsstelle.

Wie kann es sein, daß täglich eine große Anzahl von Deutschen ihre Heimat verlassen muß, um sich in Westdeutschland oder der Schweiz eine ausreichende wirtschaftliche Basis zu schaffen, während auf der anderen Seite die Schleusen für mehr Ausländer im Land geöffnet werden?!

Für die angeblich so gebeutelte Wirtschaft, die nicht bereit ist, Deutsche angemessen zu entlohnen, sind ausländische Arbeitskräfte willkommene Lohndrücker. Das ist wohl der wahre Grund für die Forderung nach ausländischen Fachkräften.

Die Unternehmen haben ihre egoistischen Motive für die Lohndrückerei durch Ausländer. Sie werden sie spätestens dann bereuen, wenn die Ausländer weiter gezogen sind oder besser entlohnt werden wollen und deutsche Fachkräfte nicht mehr verfügbar sind.

Die Politik hat sich um die Interessen der Deutschen zu kümmern. Sie hat dafür Sorge zu tragen, daß Deutsche hier im Land ein ausreichendes Einkommen haben, um zu leben und eine Familie zu gründen. Die Politik ist nicht der Erfüllungsgehilfe kurzfristiger unternehmerischer Belange. Innenminister Jörg Geibert hat da wohl etwas mißverstanden.

Frank Schwerdt